"Inmitten aller Vergänglichkeit": Lichtinstallation im Mausoleum


Das Künstlerpaar Yvonne + Klaus Goulbier aus Hannover verwandelt das Mausoleum Bückeburg in einen poetischen Lichtraum


Mit der Lichtinstallation „Inmitten aller Vergänglichkeit“ verwandelt das Hannoveraner Künstlerpaar Yvonne + Klaus Goulbier die Kuppelhalle des Mausoleums Bückeburg vom 1. April bis 1. November 2009 in ein leuchtendes Gesamtkunstwerk. Damit nehmen die Künstler inhaltlich und formal Bezug auf das Monument. Die Vernissage mit einer Einführung von Dr. Annette Roggatz findet am Donnerstag, dem 26. März 2009 um 15 Uhr im Mausoleum Bückeburg statt.

Das im Park des Schlosses Bückeburg gelegene Mausoleum dient seit 1916 als Begräbnisstätte des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe. Der letzte regierende Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe (1883-1936) ließ es in den Jahren 1911 bis 1915 durch den Berliner Architekten Prof. Paul Baumgarten errichten. Es ist eine herausragende Arbeit des sogenannten Berliner Historismus. Die 500 qm große Goldmosaik-Kuppel mit Engelfries von Prof. G. Hofer in 1.400 Farbtönen gilt als größte Mosaikarbeit Mitteleuropas. Sie macht das Mausoleum zu einem herausragenden Denkmal europäischer Sepulkralarchitektur.

Das Künstlerpaar entwickelt seine Arbeiten grundsätzlich in der Auseinandersetzung mit dem Ort, den sie von diesseitiger Zweckdienlichkeit befreien und transformieren. Ausgangspunkt und Widerpart der Lichtinstallation „Inmitten aller Vergänglichkeit“ sind folglich die Gestalt und Funktion des Mausoleums als Grab- und Gedächtnisstätte des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe. Fluoreszierende Materialien und Schwarzlicht sind das Medium der Lichtkünstler, mit der sie die Schwere des Raumes verwandeln. In der Kuppelhalle scheint schwerelos ein Teppich aus Licht zu schweben. Aus sich selbst heraus leuchtende Skulpturen in den Nischen öffnen den gravitätischen Bau zu jenseitiger Weite.

Es ist die für die Arbeiten des Künstlerpaares typische Transformationskraft, die diesen in würdevoller Entschlossenheit der Endlichkeit geweihten Ort in schwerelos tiefe Innerlichkeit wandelt. In dieser ersten raumumfassenden Überformung des Mausoleums entsteht so ein neuer Blick auf dieses herausragende historische Denkmal Schaumburgischer Geschichte.

Die ursprünglich als Innenarchitektin ausgebildete Künstlerin Yvonne Goulbier hat seit 1985 verschiedene Stipendien und Kunstpreise erhalten, zuletzt im Jahr 2008 den Kunstpreis der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Seit 1985 arbeitet sie zusammen mit dem Bildhauer Klaus Goulbier. Weite Beachtung fand die Projektion „poesia“ auf der Kuppel des Anzeiger-Hochhauses in Hannover während der Weltausstellung Expo 2000. Die Künstler leben und arbeiten in Hannover.

 

Foto Lichtinstallation


Infos:


Öffnungszeiten:
01. April bis 01. November 2009 Mo. bis Fr. von 11 bis 17 Uhr,
Sa., So. und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.
Übrige Zeit: Gruppen auf Vereinbarung.